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wenn gott nur eine pflanze erschaffen hätte

In Miriams wilder Essecke, ein Telegram-Kanal über Wildpflanzen, habe ich vor ein paar Tagen gelesen, dass Maria Treben empfahl, täglich Brennesseltee zu trinken. Dabei habe ich mich erinnert, dass ich als kleines Kind schon eine Kräuterhexe war. Ich habe damals schon Brennesseltee gemacht, nicht wie heute, getrocknete Brennesselblätter mit heißem Wasser übergossen, ich habe Brennessel zusammen mit kaltem Wasser in einen Eimer gegeben und mit einem Holzstock gestampft. Anschließend kam eine beträchtliche Menge Zucker dazu und der Tee wurde draußen kalt getrunken. Ich weiß wirklich nicht mehr, wie ich auf die Idee kam, es gibt schließlich angenehmere Beschäftigungen als Brennessel zu pflücken. Es könnte damit zu tun haben, dass Brennessel die einzige Pflanze in unserem Garten war. Interessant ist auch, dass es alle süßen Getränke wie Capri Sonne im Laden meiner Eltern gab und ich jederzeit Zugriff darauf hatte.


Ich habe den Tee immer draußen im Garten gemacht und einmal auch mit den Nachbarskindern. Am nächsten Tag waren sie krank, kamen nicht in den Kindergarten und durften von da an nicht mehr mit mir spielen. Es war also früher schon so, dass es gesellschaftlich nicht gut ankommt, wenn man naturverbunden lebt und sich von seiner Intuition leiten lässt. Naja, Verluste hat man immer, vor allem wenn man konsequent seinen Weg geht. Es geht wieder einmal um Loslassen wie bei den Ästen im Garten. Man kann durchaus auch seinen eigenen Ast absägen, nur sollte man sich vorher auf einen anderen setzen. Gott weiß und Maria Treben wusste, dass es keine gesündere Pflanze gibt als Brennessel, es ist also in der Tat nicht einfach, davon krank zu werden, mental ist allerdings alles möglich. Das Tragische war, dass wir Kinder danach immer noch gerne miteinander gespielt hätten und es auch heimlich am Gartenzaun taten. Derzeit ist es auch wieder so, dass andere bestimmen, wen wir sehen dürfen und was uns krank macht.


Heute habe ich mir den Brennesseltee aus meiner Kindheit gemacht, es ist ja eher eine Limo. Momentan wächst die Brennessel fast überall, wobei sie in der Stadt natürlich nicht so leicht zu finden ist wie auf dem Land. Auf mundraub.org sind inzwischen auch Brennessel und andere Kräuter eingetragen.


ZUTATEN


frische Brennessel

Wasser

Zucker nach Belieben

Zitrone oder Kombucha

evtl. Minze

Eiswürfel, wenn´s draußen heiß ist



Ich habe extra viel Zucker rein, damit es wie früher schmeckt, das war mir dann doch zu süß und da ich keine Zitrone hatte, habe ich Kombucha beigemischt.

Ein sehr erfrischendes Frühlingsgetränk! Das Wetter in Deutschland macht momentan eher Lust auf Glühwein, aber der Frühling kommt bestimmt irgendwann, das war schon immer so.


Wie ihr seht, habe ich wieder mehr Muße und Inspiration zum Schreiben, die nächsten Tage sollen eher regnerisch und kühl werden, daher gehe ich vermutlich mehr ins Haus und in mich um zu schreiben. Morgen werde ich außerdem wieder meinen monatlichen Newsletter veröffentlichen, den es seit diesem Jahr gibt und den ihr nur erhalten könnt, wenn ihr Abonnenten dieser Webseite seid. Abonniert also heute noch die Webseite, damit ihr meinen monatlichen Newsletter erhaltet, in dem ich viele Fotos und private Einblicke zeige.


Das schöne am Frühling ist, dass er immer gerade dann kommt wenn man ihn braucht.

Jean Paul, deutscher Schriftsteller


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