von bienen und blumen

Aktualisiert: Juli 2

Ich bin gerade bei einer Freundin zu Besuch auf dem Land. Sie ist sehr naturverbunden und hat sogar Bienen in ihrer Hauswand. Es handelt sich um Honigbienen, die sich diese Behausung selbst ausgesucht haben und dort seit etwa 20 Jahren völlig autark leben. Mit autark will ich sagen, dass sie ohne menschliches Zutun überleben. Sie behalten natürlich ihren kompletten Honig und werden auch nicht gegen die Bienenkrankheit Varroose behandelt. Aufgrund dieser Parasiten findet man heutzutage sehr wenig wildlebende Honigbienenvölker, die länger als 2 Jahre überleben.


Jedenfalls sagte meine Freundin neulich, dass sie sich noch nie gefragt hat, was die Bienen eigentlich mit dem Honig machen, wenn man ihn nicht rausnimmt. Da ist mir klar geworden, dass die Menschen in der Regel noch weniger über Bienen wissen, als ich dachte. Ich weiß noch, dass ich auch über mich erstaunt war, wie wenig ich über Bienen weiß, als ich angefangen habe zu imkern. Das ist allerdings vier Jahre her und ich kann mich nicht erinnern, was ich zuvor wusste. Jedenfalls ist mir jetzt klar, dass ich bei meinen ersten beiden Beiträgen über Honig und Bienen zu viel an Wissen vorausgesetzt habe. Daher fange ich mit meiner Aufklärungsarbeit noch einmal ganz von vorne bei den Bienen und Blumen an.


Bienen fliegen von einer Blüte zur anderen und saugen Nektar aus dem Inneren der Blüte und transportieren ihn in ihrem Magen. Blütenstaub bleibt dabei automatisch an ihrem flauschigen Bauch hängen. Auf dieses Weise transportieren sie den Blütenstaub von einer Blüte zur anderen und bestäuben so die Pflanzen. Sehr effizient erweist sich dabei die Disziplin von Bienen immer erst eine Arbeit zu beenden bevor man mit der nächsten beginnt, d.h. Bienen wechseln erst zu einer anderen Pflanzenart, wenn bei der ersten Pflanze nichts mehr zu holen ist bzw. die Blüten verblüht sind. Das nennt man Blütentreue. Sie verzetteln sich also nicht in unzähligen Aufgaben, auch eine Eigenschaft, die ich gerne für mich übernehmen möchte.

Vielleicht hat der eine oder andere sich schon gefragt, wie reiner Lindenblütenhonig entsteht. Die Blütentreue der Bienen macht es möglich. Wenn direkt vor und nach der Lindenblüte geerntet wird, besteht der Honig nur aus Lindenblüten.


Im Stock angelangt wird der Nektar hervorgewürgt und in Waben gelagert, in denen er trocknet. Sobald der Nektar trocken genug und somit auch haltbar ist, ist der Honig fertig und wird verdeckelt als Wintervorrat. Neben den Nektarsammlerinnen gibt es auch Bienen, die nur gezielt Pollen, also Blütenstaub sammeln. Dafür haben sie Taschen an den Hinterbeinen, in die sie den Pollen einfüllen. Wenn man im Frühjahr das Flugloch beobachtet, sieht man sehr viele Bienen mit sogenannten Pollenhöschen zum Stock zurückkehren. Der Pollen wird ebenfalls in Waben gelagert, in denen er durch den Speichel der Bienen fermentiert. Mit dem fertigen eiweißreichen „Bienenbrot“ wird die Brut gefüttert. Bienen sammeln also Nektar und Pollen um sich und ihre Brut zu ernähren. Der Nektar wird eingelagert für kalte, regnerische Tage. Außerdem müssen die Arbeiterinnen, die den Stock nicht verlassen, damit versorgt werden. Die Bienenkönigin wird ihr Leben lang ausschließlich mit Gelée Royal gefüttert, welches von den Ammenbienen selbst produziert wird.


Bienen sammeln Nektar und Pollen nur für ihre eigene Ernährung, nicht um ihrem Imker zu gefallen. Ein anderer Irrglaube könnte vielleicht sein, dass Bienen viel mehr sammeln als sie selbst brauchen und es sich daher anbietet, dass sich der Mensch was davon nimmt. Dadurch dass sie von Haus oder besser von Stock aus so fleißig sind, machen sie das ja gerne bzw. können gar nicht anders als immer nur zu sammeln. Ein solches Verhalten wäre zwanghaft und äußerst unnatürlich und ungesund. Das trifft man in der Natur nirgends an außer beim Menschen, der sich inzwischen so entfremdet hat und sich über die Natur gestellt hat, dass er das Gefühl hat nicht mehr dazu zu gehören. Bienen sammeln also nur so viel Honig wie sie selbst benötigen und auch ein wenig mehr, da auch die intelligenten Bienen nicht genau wissen, wie lang und kalt der Winter werden wird. Weder geistloser Fleiß noch Gier existieren in der Tier- und Pflanzenwelt, wie ich bereits in vorherigen Beiträgen über Bienen und Bäume ausgeführt habe.


Wenn du einmal im Leben Kummer und Sorgen hast, dann geh mit offenen Augen durch den Wald und in jedem Baum und in jedem Strauch, in jedem Tier und in jeder Blume, wird dir die Allmacht Gottes zum Bewusstsein kommen.

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