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shoyublumenkerne oder die kleinen retter in der hungersnot

Aktualisiert: Sept 8

Mein absoluter Lieblingssnack für zwischendurch. Ich muss dazu sagen, ich bin kein Schokotyp, hab eigentlich immer Lust auf was Deftiges. Schlimm ist es, wenn man unterwegs ist und einen Hungerast bekommt. Früher hatte ich immer Studentenfutter dabei als gesunden Snack, macht satt, ist allerdings süß. Heutzutage nehme ich meine Soja-Sonnen im Schraubglas mit.


ZUTATEN


100 g Sonnenblumenkerne

1 EL Sojasauce


Röstet die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Zugabe von Öl und unter ständigem Rühren an. Ihr merkt an dem wunderbaren Duft, wenn die Sonnenblumenkerne ausreichend geröstet sind. Nehmt die Pfanne vom Herd und gebt unter standigem Rühren Sojasauce (Shoyu) dazu. Ihr solltet die Sojasauce noch nicht auf dem Herd zugeben, da sie leicht verbrennt, die Pfanne sollte allerdings noch heiß sein, so dass die Sauce verdampft und die Kerne trocken und knusprig sind.


Sonnenblumenkerne sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund aufgrund ihrer ungesättigten #Omega3 und #Omega6 Fettsäuren. Außerdem sind sie ein guter Eiweißlieferant, enthalten Ballaststoffe sowie Vitamin A, B1, B2, B6, Magnesium und Kalzium. Sonnenblumenkerne enthalten mehr Omega-6 als Omega-3 Fettsäuren. Bei der Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren kommt es stets auf das Verhältnis zwischen Omega-3 und Omega-6 an, daher ist eine Kombination von Sonnenblumenkerne und #Leinsamen ideal. Leinsamen lassen sich genauso mit Sojasauce rösten und bekommen sogar einen leicht fischigen Geschmack, den man von gutem frischen #Leinöl eventuell kennt. Der einzige Nachteil ist, dass man sie unterwegs nicht so gut essen kann, über #Salat oder #Pasta sind sie super. Ich verwende die Sonnenblumen-Leinsamen-Mischung als Topping für sämtliche Gerichte und somit auch als Salzersatz.


Selbstverständlich könnt ihr sämtliche Kerne und Saaten auf diese Weise rösten. Kürbiskerne und Sesam sind super. Wenn ihr es etwas saurer mögt, könnt ihr statt Sojasauce auch Balsamicoessig verwenden, was auch ein wunderbares Ferment und in der Regel nicht so weit gereist ist wie Sojasauce. Eine gute Sojasauce ohne unzählige Zusatzstoffe zu finden, ist in der Tat nicht so einfach. In asiatischen Läden gibt es ja eine Vielzahl an Sojasaucen mit einer endlosen Zutatenliste. Eine gute Sojasauce besteht nur aus Sojabohnen, Weizenmehl, Salz und Wasser. Entscheidend für den Geschmack und die Qualität ist die Dauer der Fermentation. Je länger, desto besser und desto teurer ist logischerweise die Sauce. Die kikkoman-Sojasauce und die Produkte von Arche sind sehr gut. Dass Sojasaucen kaum oder gar nicht fermentiert sind, erkennt man nicht nur am Preis, sondern auch an den künstlichen Geschmacksverstärkern. Bei der Fermentation von Sojasauce entsteht nämlich natürliches Glutamat. Dieser spezifische würzige Glutamatgeschmack ist weder süß, sauer, salzig noch bitter und wird mit dem japanischen Begriff umami bezeichnet. Natürlicher #Umami-Geschmack ist in getrockneten und fermentierten Lebensmitteln enthalten wie gereiftem Käse, Stockfisch, getrocknetem Schinken und Tomaten. Die am häufigsten vorkommende Aminosäure in der menschlichen Muttermilch ist übrigens Glutaminsäure! Jetzt wird einem so Einiges klar, oder? Die Lebensmittelindustrie versetzt uns mithilfe von künstlichen Geschmacksverstärkern zurück in das Wohlbefinden aus unserer Säuglingszeit!

Vor wenigen Wochen bin ich übrigens auf eine #Tamarisauce (glutenfreie Sojasauce) gestoßen, die aus Linsen und Hirse hergestellt wird und wie eine hochwertige Sojasauce schmeckt. Für Leute mit Soja- und Glutenunverträglichkeit extrem interessant, vor allem weil die Rohstoffe regional angebaut werden. Momentan ist die Linsensauce Lentyu des Produzenten l´olmaia nur in Italien erhältlich. Falls ihr was Vergleichbares in Deutschland findet, lasst es mich bitte wissen!

Probiert jedenfalls die Shoyublumenkerne aus, das ist ja nicht zu viel verlangt und ihr werdet sehen, die Geschmackssteigerung im Vergleich zu rohen Kernen ist wirklich enorm, was zum einen an den freigesetzten Ölen und zum anderen am natürlichen Glutamat liegt. Der Suchtfaktor ist aus den genannten Gründen natürlich auch enorm, daher macht gleich etwas mehr.

Das war ein sehr langer Beitrag für ein so simples Rezept.

Ich bin gespannt auf welche Variationsmöglichkeiten ihr noch kommt. Ich freue mich auf Eure Kommentare!





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