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  • Andrea

rosige zukunft

Heute ist der 20.05.2051. Ich bin schon kurz vor 8 auf den Beinen, denn ich strotze nur so vor Energie und Tatendrang. Die erste Tat, unabhängig vom Wetter, ist wie immer ein Spaziergang mit meinen Hunden, alles andere, wie die tägliche Meditation, kann warten. Gleich im Anschluss mache ich Yoga auf der Terrasse, auf die um diese Zeit schon die Sonne scheint. Ich genieße die Sonnenstrahlen in meinem Gesicht und freue mich schon auf das Frühstück am Steintisch vor unserem Holzhaus, das knapp 30 Jahre alt ist. Damals war es eines der ersten Holzhäuser in der Gegend, in der traditionell mit Stein gebaut wurde. Heutzutage werden alle Neubauten aus Holz gebaut, zunehmend mehr aus Mondholz, wie unser Haus. Hier in der Gegend gibt es sehr viel Wald, früher wurde das Holz zum Heizen verwendet, heute zum Hausbau. Durch die energiesparende Holzbauweise wird kaum mehr Holz zum Heizen benötigt, zumal ausschließlich mit Solarenergie geheizt wird. Holz wird eigentlich nur noch zum Kochen, Grillen oder aus dekorativen Gründen im Kamin verwendet.


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Seit Jahrzehnten bin ich mein eigener Chef und mache noch dazu keine konkreten Pläne für den Tag, das Leben hat mich eines Besseren belehrt. Ich habe natürlich immer eine Reihe von Outdoor- und Indoor-Projekten im Kopf, die bei nächster Gelegenheit anzugehen sind. Bis jetzt hat sich für heute noch nichts Außergewöhnliches angekündigt, daher checke ich nach dem Frühstück meine elektronischen Nachrichten. Ich schaffe es schon lange nicht mehr, alle Emails direkt zu beantworten, daher antworte ich nur, wenn mir intuitiv danach ist, alles andere wird später bearbeitet.


Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich vor ungefähr 40 Jahren diese Computer verfluchte und mir wünschte rund 30 Jahre früher geboren zu sein. Stattdessen saß ich 8 Stunden in einem Büro und starrte auf einen Bildschirm. Unvorstellbar eigentlich, solche Jobs gibt es schon lange nicht mehr. Als ich mich vor über 30 Jahren aus diesen Jobs befreite, waren sie allerdings noch an der Tagesordnung. Seither arbeite ich völlig selbstbestimmt draußen in meinem Garten, aber auch immer noch täglich am Computer. Ich bin sogar sehr froh, dass ich meine Manuskripte nicht mühsam auf Papier notieren muss, stattdessen gehe ich durch meinen Garten und ich muss meine Gedanken gar nicht mehr äußern, sie werden schon in dem Moment, in dem sie in meinem Kopf auftauchen auf meiner Speicherplatte festgehalten. Anschließend bearbeite ich den gespeicherten Text am Computer, starre allerdings nicht mehr auf einen kleinen Bildschirm. Heutzutage projiziert man Texte groß in einem Raum, das strengt die Augen nicht so an. Dabei sehe ich heute mit 69 viel besser als noch vor 30 Jahren.


Durch meine zahlreichen Bücher und den Kontakt zu meinen Lesern übers Internet bin ich inzwischen mit so vielen interessanten Menschen weltweit verbunden, wie ich es früher trotz vieler längerer Auslandsaufenthalte nicht war. Ich bin seit über 30 Jahren nicht mehr geflogen und kaum gereist, dennoch fühle ich mich so weltoffen, kosmopolitisch und verbunden mit der Welt.


Seit 30 Jahren wohne ich in demselben kleinen Dorf. Ich kann nicht sagen, dass die Menschen weltoffener geworden wären in der Zeit. Es hat sich jedoch schon Wesentliches verändert. Die Menschen lebten hier schon immer im Überflüss an Früchten, Gemüse, Öl, Wein und Wildschweinen. Wenn irgendwo Hilfe benötigt wurde, waren immer mehrere Menschen zur Stelle. Das ist nach wie vor so, geändert hat sich nur das Gefühl und das Bewusstsein. Es fühlt sich mittlerweile an wie in dem Buch, das ich vor 30 Jahren gelesen hatte: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Darin wird das Zusammenleben in einem Indianerdorf im venezolanischen Urwald beschrieben.


Der Virus der Zwanziger Jahre und die damit einhergehende Wirtschaftskrise inklusive Versorgungsengpässe haben den Blickwinkel generell in der Welt und auch hier im Dorf wesentlich verändert. Irgendwann war jedem egoistischen Alleingänger klar, dass gehortetes Geld nichts bringt, wenn es nichts zu kaufen gab, Lieferwege abgeschnitten waren und man sich selbst auch nicht bewegen konnte. Unterstützung beim Gemüseanbau war die neue Währung. Überhaupt hatte keiner mehr Interesse Geld anzunehmen, konnte man sich ja eh nichts davon kaufen. Stattdessen stellte man seine Lebenszeit Menschen zur Verfügung, die man gern hatte und mit denen man sich verbunden fühlte. Zur Erntezeit herrschte solch ein Überfluss, dass jeder gerne mit jedem teilte. Die Mentalität sich gegenseitig zu unterstützen ist bis heute geblieben. Innerhalb des Dorfes wird erstaunlich wenig Geld bewegt, stattdessen hilft und beschenkt man sich gegenseitig. Das kollektive Bewusstsein im Dorf ist definitiv von einem Mangel- zu einem Füllebewusstsein übergegangen. Dieser Bewusstseinswandel hatte nicht nur mit der Wirtschaftskrise zu tun. Bereits 2020 erkannten viele Menschen wie unnatürlich der globale Umgang mit einem natürlichen Virus war, mit Krankheit und letztendlich mit Tod. Das bewegte viele Menschen dazu, das was wir für normal und unveränderbar hielten, auch in anderen Lebensbereichen zu hinterfragen. Es gab immer schon Menschen, die unser System und gesellschaftliche Werte hinterfragten. Ganz egal in welchem Lebensbereich man anfängt, ob bei der Ernährung, beim Umweltschutz, bei dem Umgang mit Tieren oder der Kindererziehung, letztendlich ist es eine Auseinandersetzung mit uns, eine Rückverbindung zu unserer eigenen Natur, was mit einer Bewusstseinserweiterung einhergeht. Diese rasanten Veränderungen im Außen Anfang der Zwanziger Jahre, die für viele Menschen eine Krise in jeglicher Hinsicht bedeutete, bewegten immer mehr Menschen dazu, ihr Leben und alles um sie herum zu hinterfragen. Es war schön zu beobachten, wie zunehmend mehr Menschen ein höheres Bewusstsein entwickelten, irgendwann war die kritische Menge erreicht, sodass das Bewusstsein plötzlich auf die Mehrheit überging. Nach so langer Zeit kann ich gar nicht mehr sagen, wann dieser Bewusstseinswandel war. Ich weiß, dass es in den ersten Jahren sehr zögerlich war und mit viel Widerstand verbunden war. 2022 hatte sich hier im Dorf bereits eine kleine Gemeinschaft gebildet, eine solidarische Landwirtschaft, die nach anfänglicher Skepsis immer mehr Anhänger bekam. Anfangs war die Zahl der finanziellen Unterstützer noch höher als die Aktiven, schon nach wenigen Jahren schlossen sich über 200 Menschen aktiv dieser Gemeinschaft an. Inzwischen versorgt sich das Dorf komplett selbst. Früher fuhr der Dorfladenbesitzer zweimal in der Woche nach Rom um Obst und Gemüse im Großmarkt zu kaufen, heute kommt es alles aus der eigenen Landwirtschaft, Sommer wie Winter.


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Wenn ich zurückblicke, hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan, allerdings ging die Entwicklung nicht vorwärts sondern rückwärts. Was Computer, Mobilität und Energie angeht, gab es sicherlich Weiterentwicklung und Innovationen. Im Bereich Landwirtschaft, Ernährung, Hausbau, Erziehung ging die Entwicklung eindeutig rückwärts. In diesen Bereichen sind wir jetzt ungefähr wieder da, wo wir vor 100 Jahren, also 1951 waren. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in 30 Jahren im Jahr 2081 auf dem Stand von 1921 sein werden. Dann werde ich mit 99 die Goldenen Zwanziger noch erleben. Ich bin gespannt darauf!


Schon verrückt, ich wünschte mir immer früher geboren worden zu sein, in den 50ern des letzten Jahrhunderts, als es noch keine Computer gab, die Mode viel schöner war und überhaupt alles noch natürlicher war. Jetzt in den 50ern des 21. Jahrhunderts ist es fast so wie vor 100 Jahren, sogar die Mode ähnelt sich, nur mit Handys und Computern.


Alles ist wiederkehrend gemäß dem universellen Gesetz des Rhythmus, nicht nur die Mode!


Zu meiner Vision2051 wurde ich durch die Blogparade - Ein Tag in meinem Leben im Jahr 2051 von Mia Brummer inspiriert. Wie ist Deine Vision für 2051?


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Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.

Victor Hugo



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