kranz und gloria

Aktualisiert: März 17

Habt ihr euch eigentlich auch über den Namen des neuartigen Virus gewundert? Ich habe gelesen, dass die Weltgesundheitsorganisation die Namen vergibt. Dies scheint nicht so einfach zu sein, da man keine Personen-, Tier- und Ortsnamen nehmen darf, anders als bei Hoch- und Tiefdruckgebieten, um niemanden zu beleidigen. Einen gewissen Zeitdruck gibt es für die Namenswahl auch und so benennt man den Virus eben schnell nach einem Bier. So weit so gut, allerdings denke ich als Romanistin zunächst an die Bedeutung Kranz und Krone, was auch zu dem Namen geführt hat, denn der runde Virus sieht aus wie eine Krone. Im Lateinischen bezeichnet "corona" einen Kranz aus Blumen und Blättern. Der bekannteste ist der Lorbeerkranz, ein Symbol für Sieg und Erfolg. Eher ungünstig für einen Virus, würde ich sagen. Nicht nur Viren, sondern auch Namen machen was mit ihren Trägern und werden auch nicht zufällig gewählt. Menschen, Tieren und Orten gibt man ja hoffentlich Namen mit positiven Bedeutungen, allein schon aus diesem Grund sollten sie für einen Virus nicht zur Verfügung stehen. Corona ist förmlich gleichbedeutend mit Victoria und würde auch einen schönen Mädchennamen abgeben, nach diesem Debakel aber wohl nicht mehr.


Ich hätte nicht gedacht, so schnell in eine Situation zu kommen, in der ich froh bin nicht viel zu brauchen, viele Dinge selber machen zu können und zu wissen, wie man Lebensmittel auch ohne Gefrierschrank konservieren kann. Hier in Italien wurde inzwischen der Wochenmarkt eingestellt, der noch einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland hat. Geschäfte, Bars und Restaurants sind geschlossen und vor den Supermärkten muss man Nummern ziehen und Schlange stehen. Die Regale weisen auch schon einige Lücken auf und ich habe mich selbst mit einem mulmigen Gefühl ertappt, als ich durch die Supermarktreihen gegangen bin. Noch ist fast alles zu haben, aber wie lange noch?


Der Mensch ist ein irrationales Wesen, das fast alle Entscheidungen #unterbewusst trifft. So kann ich mir gut vorstellen, dass bei Menschen, die den Krieg und die #Nachkriegszeit erlebt haben, beim Anblick eines leeren Regals unangenehme Gefühle hochkommen und sie bewusst oder unbewusst das Geschäft zukünftig meiden, auch wenn sie vielleicht gar nicht begründen können warum. Für unsere Mitbürger aus der ehemaligen DDR war der Anblick leerer Regale auch sehr vertraut. Ich durfte das damals als kleines Kind auch noch erleben, ich war zwar noch sehr jung, die Erfahrungen waren allerdings so prägend, dass ich mich heute sehr gut und grau daran erinnere: Die Häuser, die Kleidung der Menschen und sogar der Supermarkt waren grau. Den Einkauf in der Kaufhalle habe ich als deprimierende trostlose Angelegenheit im Kopf. Andererseits gab es auf dem Selbstversorgerhof meiner Verwandten die beste Ente aller Zeiten.


Der Corona-Virus scheint so etwas wie ein Vorbote zu sein von dem was uns die #Klimakrise früher oder später bringen wird. Lasst uns das Beste daraus machen und die Zeit Zuhause wie ein 2. Weihnachten zur Besinnung nutzen.



"Angst ist ein Lügner."

Anne Fierhauser, Coach und Gesichtleserin





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