könig midas und der honig

Aktualisiert: Mai 28

Ich habe ja bereits angekündigt, dass ich mal einen Beitrag zu #Honig schreiben möchte. Als Hobbyimkerin habe ich nämlich festgestellt, dass die Menschen heutzutage nichts mehr über #Bienen und Blumen wissen, aber durchaus Interesse haben, zumal Bienen inzwischen ja zu einem politischen Thema geworden sind.

Immer mehr Menschen versuchen den Anteil an tierischen Lebensmitteln zu reduzieren und fragen sich vielleicht, ob man denn noch guten Gewissens Honig essen darf oder gerade viel davon essen soll um die Bienen vor dem Aussterben zu retten. Meine Antwort ist die gleiche wie bei allen anderen Produkten. Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft kann man leider nicht mehr guten Gewissens kaufen, Produkte aus regionaler ökologischer, artgerechter Landwirtschaft schon. In München gibt es auf fast jedem Wochenmarkt einen Imkerstand, im Internet bekommt man bei nearbees den nächsten regionalen Honig. Zugegeben der Preis ist erheblich teurer als im Supermarkt, in München kostet ein Kilo Honig um die 25 EUR. Andererseits finde ich den Supermarkt-Honig extrem überteuert. Die "Flotte Biene" im praktischen 250g-Plastikspender kostet um die 3 EUR. Ein Kilopreis von 12 EUR für ein Süßungsmittel ohne Inhaltsstoffe und kaum Geschmack halte ich für reichlich teuer. Ein Kilo raffinierter Zucker kostet um die 70 Cent und 450g #Zuckerrübensirup kostet um die 2 EUR. Der Grafschafter Goldsaft ist im Pappbecher erhältlich, eignet sich wunderbar als #Brotaufstrich und schmeckt meiner Meinung nach besser als Industriehonig. Das Praktische am Supermarkthonig ist ja, dass der immer flüssig bleibt und niemals kristallisiert. Das schafft die Lebensmittelindustrie durch starkes Erhitzen, was auch die wertvollen Inhaltsstoffe abtötet, falls überhaupt jemals welche drin waren. China ist weltweit der größte Honigexporteur, exportiert sogar mehr Honig als es insgesamt produziert und bestäubt seine Nutzpflanzen händisch. Deutschland importiert jährlich ca. 8000 Tonnen flüssiges Gold oder treffender Reissirup-Gepantsche aus China.

Ihr fragt euch wahrscheinlich schon die ganze Zeit, wann König Midas ins Spiel kommt. Midas war nicht Kaiser von China, sondern König von Phrygien. In der griechischen Mythologie galt er als sehr gierig und dumm und so hat er sich leichtsinnigerweise vom Gott Dionysos gewünscht, dass alles was er anfasst zu Gold wird. Heutzutage ist unser Wirtschaften allein an Gewinn und Rentabilität orientiert, sehr leichtsinnig und kurzsichtig, um nicht zu sagen gierig und dumm, denn auch wir werden wie König Midas von unserem Gold nicht abbeißen können und vielleicht werden wir die Zeiten noch erleben, in denen flüssiges Gold teurer sein wird als richtiges Gold.

Jetzt habe ich so viel über Honig und noch gar nichts über Bienen geschrieben, ich werde auch nicht umhin kommen noch mindestens einen weiteren Beitrag über die interessante Welt der Bienen zu schreiben. Bis dahin kann ich euch schon mal einen tollen Artikel aus dem fluter ans Herz legen. Das Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung hat im letzten Jahr über die Bienen in unserem Gemeinschaftsgarten o´pflanzt is! berichtet: https://www.fluter.de/verein-kaempft-gegen-bienensterben

Diejenigen, die sich fragen, wo das Rezept ist, die muss ich aufs Frühjahr vertrösten, vorher kann ich den Honig ohne Bienen nicht selber machen.


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