in die mangel genommen

Aktualisiert: März 25

Die derzeitige Situation setzt die meisten von uns sehr unter Druck, finanziell, psychisch oder beides. Es ist auch eine Chance sich selbst besser kennen zu lernen und Seiten bei sich zu entdecken, die man vielleicht gar nicht sehen wollte. Dadurch, dass unsere Eigenschaften und Ängste in einer Krise zwangsläufig an die Oberfläche kommen, haben wir auch die Möglichkeit an ihnen zu arbeiten und zu wachsen.


Der Psychologe Erich Fromm beschreibt in einem Beitrag von 1966 wie Mangel Angst, Neid und Egoismus erzeuge. „Eine Psychologie des Überflusses erzeugt Initiative, Glauben an das Leben und Solidarität. Tatsache ist jedoch, daß die meisten Menschen psychologisch immer noch in den ökonomischen Bedingungen des Mangels befangen sind, während die industrialisierte Welt im Begriff ist, in ein neues Zeitalter des ökonomischen Überflusses einzutreten....Bisher war der Mensch mit seiner Arbeit zu sehr beschäftigt (oder er war nach der Arbeit zu müde), um sich ernsthaft mit den Problemen abzugeben: „Was ist der Sinn des Lebens?“, „Woran glaube ich?“, „Welche Werte vertrete ich?“, „Wer bin ich?“ usw.. Wenn er nicht mehr ausschließlich von seiner Arbeit in Anspruch genommen ist, wird es ihm entweder freistehen, sich ernsthaft mit diesen Problemen auseinanderzusetzen, oder er wird aus unmittelbarer oder kompensierter Langeweile halb verrückt werden. Prinzipiell kann der wirtschaftliche Überfluss die Befreiung von der Angst vor dem Hungertod, den Übergang von einer vormenschlichen zu einer wahrhaft menschlichen Gesellschaft kennzeichnen."

Bereits 1966 hielt Fromm ein bedingungsloses Grundeinkommen aufgrund des wirtschaftlichen Überflusses finanzierbar, sofern Rüstungsausgaben eingestellt und der Bevölkerungsexplosion Einhalt geboten würde. Menschen würden auch nicht nur aus materiellem Anreiz arbeiten, denn der Mensch leidet unter den Folgen von Untätigkeit und ist eben nicht von Natur aus faul wie eine Biene. Sicherlich ist es für einen kurzen Zeitraum angenehm nicht zu arbeiten, danach würden die meisten von uns dringend darum bitten, auch unentgeltlich arbeiten zu dürfen. Wir haben vermutlich in den nächsten Wochen die Chance, an diesem gesellschaftlichen Experiment selbst teilzunehmen. Das bereits jetzt schon hohe Engagement in der Nachbarschaftshilfe zeigt wohin es gehen kann.


Am 1. April werden sogar 30 Grundeinkommen für 6 statt 12 Monate verlost. So kommen in der #Coronakrise doppelt so viele Menschen möglichst schnell zu Geld. Wenn ihr Freiberufler und derzeit finanziell unter Druck seid, registriert euch und nehmt an der Verlosung teil. Wenn ihr momentan nicht auf Hilfe angewiesen seid, unterstützt mein Grundeinkommen e.V. finanziell, nehmt an der Verlosung teil und unterstützt Selbstständige in eurem Umfeld.



"Der Gierige wird immer Mangel leiden, da er nie genug bekommt, ganz gleich, wieviel er hat."

Erich Fromm, 1900 - 1980


Quelle

http://www.archiv-grundeinkommen.de/fromm/Fromm-Grundeinkommen.htm




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