im wood wide web

Noch faszinierender als Hunde und Bienen sind sicherlich Bäume. Für uns Menschen ist ihre Welt allerdings noch schwerer zugänglich und begreifbar als die der Tiere. Ein paar wenige Menschen haben sich die Zeit genommen und sich mit der Intelligenz, Kommunikation und Heilkraft von Bäumen beschäftigt. Einer von ihnen ist Erwin Thoma, als Förster hat er nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Solidarität unter Bäumen erlebt. Wenn ein Baum im Wald zu wenig Wasser zur Verfügung hat, wird das sofort an alle benachbarten Bäume gemeldet, die reagieren darauf, indem sie ihre Spaltöffnungen ein wenig verschließen um ihren Wasserverbrauch zu verringern. Erst wenn wieder mehr Wasser da ist, werden die Spaltöffnungen aller Bäume geöffnet. Was macht das biologisch für einen Sinn? Hat Darwin nicht gesagt, dass alle Lebewesen um Nährstoffe und einen Platz an der Sonne konkurrieren und sich nur die langfristig in der Evolution durchsetzen, die am besten angepasst sind? Ist es nicht zweckmäßig, dass Pflanzen mit hohem Wasserbedarf in zunehmend trockenen Gegenden aussterben und sich dort Pflanzen durchsetzen, die mit Trockenheit gut klar kommen? Wenn der eine Baum vertrocknet wäre, hätten die anderen Bäume langfristig mehr Wasser, mehr Licht und Platz gehabt. Nach diesem Prinzip würden immer mehr Lichtungen im Wald entstehen, der Wald wäre irgendwann kein Wald mehr und es gäbe einzelne Bäume, die viel Sonnenlicht hätten, allerdings könnte der Boden um sie herum das Wasser nicht so gut halten, da es aufgrund des fehlenden Schattens gleich verdunstet. Bei einer kurzfristigen Trockenheit hätte der alleinstehende Baum keine Unterstützung. So entstehen wohl Wüsten, in denen sich nur sehr genügsame Kakteen durchsetzen können. Jedes Loch im Kronendach eines Waldes birgt schon Gefahr, daher ist jedes einzelne Mitglied einer Gemeinschaft wichtig und sogar kranke Bäume werden mit Nährstoffen versorgt um sie durchzubringen.


Sozial lebende Tiere sind innerhalb ihrer Gruppe sehr solidarisch, da sie allein nicht überleben können. Peter Wohlleben berichtet über Fledermäuse, die ihre Blutmahlzeit in der Höhle teilweise hervorwürgen und an dem Festmahl nicht nur Familienmitglieder, sondern auch andere Höhlenbewohner teilhaben lassen. Forscher konnten sogar nachweisen, dass sich Fledermäuse merken, welche Artgenossen ihrerseits großzügig sind und diese bevorzugt behandeln. So gesehen ist altruistisches Verhalten ein Vorteil in der Evolution.


Unterscheiden Bäume etwa auch zwischen großzügigen und egoistischen Nachbarn im Wald? Das bezweifle ich. Erwin Thoma sagt, dass das Leben im Wald deshalb so gut funktioniert, weil alles so organisiert ist, dass alle was davon haben. Niemand macht etwas, das nur ihm selbst dient. Im Laufe der Evolution ist nur das übrig geblieben, das letztlich allen dient. Die egoistischen Bäume sind also schon vor vielen Tausend Jahren ausgestorben. Fledermäuse sind stammesgeschichtlich gesehen eine sehr junge Gattung, was wohl erklärt, warum die Egoisten noch nicht ausgestorben sind.


Auf diesem Blog verlinke ich sehr viel auf andere Blogs und interessante Seiten ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Ich mache das, weil ich teilweise Informationen von diesen Seiten übernehme und weil ich auf Blogger-Ratgebern gelesen habe, dass man Links nicht als kostenlose Werbung für die Konkurrenz sehen sollte, sondern seine eigene Auffindbarkeit dadurch verbessert wird. Es sind schließlich weltweit genug Internetnutzer für alle da. Ich gehe davon aus, dass im Internet wie im realen Leben alles was man gibt auch wieder zurückkommt, direkt oder indirekt, früher oder später, in den meisten Fällen vermutlich später. Bäume können bis zu 10.000 Jahre alt werden, was die Chance Gegenleistungen zu erleben erheblich erhöht. Es ist momentan so, dass durch die Gier Einzelner die Fülle der Erde nicht für alle ausreichend ist. Daher wirkt Gier wie ein ansteckender Virus, da die Individuen Panik bekommen, dass sie leer ausgehen könnten und dann auch gierig agieren, womit wir vom Baum zum Klopapier gelangt sind. Wer wird wohl vorher aussterben, die Egoisten oder die ganze Menschheit?


"Erfolg ist nicht, dass man besser als alle anderen sein muss."

Erwin Thoma, Autor und Naturholzpionier


Quellen:

Thoma, Erwin: https://www.thoma.at/von-der-natur-lernen/

Wohlleben, Peter: Das Seelenleben der Tiere

Wohlleben, Peter: Das geheime Leben der Bäume



NEWSLETTER BESTELLEN

    © 2020 by self-made minimalist

    andreaerhard@gmx.de