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geh deinen eigenen (kreuz-)weg

Ich arbeite gerade täglich im Garten und es ist nicht nur Friede, Freude und Sonnenschein, sondern auch mitunter körperlich sehr anstrengend. Ich hatte bisher sehr wenig Erfahrung mit Gartenarbeit, sicherlich hatte ich Zimmerpflanzen und auf meinem Balkon in der Stadtwohnung ein paar Kräuter angepflanzt. Warum arbeiten Menschen so gerne im Garten? Warum arbeite ich gerne im Garten? Es ist toll draußen zu sein, wenn es warm ist und die Sonne scheint. Es gibt natürlich auch Tage, an denen es kalt und matschig ist und an denen man auch raus muss um etwas zu tun. Es hat wieder mal alles zwei Seiten, Licht und Schatten, und das ist auch gut so. Andererseits bestimmt die Natur auch den Arbeitsrhythmus. Gearbeitet wird nur bei Tageslicht und wenn es frostig und kalt ist, geht man nach innen, ins Haus und in sich. Im Büro hatte ich damals Sommer wie Winter die gleiche Temperatur, das gleiche Licht, kein Regen, nur menschliche Gewitterwolken und ich fand es schrecklich fad.


Beim Gärtnern geht es um viel mehr als sein eigenes biologisches Gemüse anzubauen. Für mich ist Gartenarbeit Meditation, bei der ich sehr kreativ bin und mir viele Ideen kommen. Selbst bei der Gartenarbeit bin ich kreativ. Ich lese viel über Permakultur und mache es dann spontan doch anders als ich es zuvor gelesen hatte. Es ist eigentlich wie beim Kochen, ich muss immer meinen eigenen Weg gehen, auch wenn er über Umwege zum Erfolg führt. Vor ein paar Wochen habe ich spontan meinen eigenen Weg durchs Beet gebaut. Wenn ihr meinen Weg und alles andere, was wir bisher im Garten gemacht haben, als Bewegtbild sehen möchtet, dann nehmt doch am Gewinnspiel in meinem 100. Beitrag teil. Jede richtige Antwort gewinnt eine Videoführung durch unseren Garten.



Viele Themen, mit denen ich mich in den letzten Monaten beschäftigt habe, begegnen mir nun täglich bei der Gartenarbeit. Loslassen ist nach wie vor eine Herausforderung für mich, selbst wenn es darum geht, Bäume und Sträucher zu stutzen. Zuvor schaute ich youtube-Videos zu dem Thema um den Pflanzen nicht allzu viel Schaden zuzufügen. Eine Aussage blieb mir dabei besonders in Erinnerung: Das Schlechteste, was man machen kann, ist gar nichts zu machen. Dieser Satz lässt sich eigentlich auf alles im Leben anwenden. Als ein Olivenbauer unser "Werk" betrachtete, sagte er: Oh mein Gott, was habt ihr gemacht, ihr habt die Bäume massakriert! Ich dachte mir, na und, die Alternative wäre gewesen, er hätte es gemacht, wir hätten nichts gelernt und es im nächsten Jahr wieder nicht gekonnt, denn Lernen tut man nicht durch youtube-Videos, sondern durch selber machen.



Die Äste der Olivenbäume haben wir zum Bau eines Hügelbeets verwendet, sie werden somit dem Gemüse Energie geben. Selbst wenn wir durch unseren Kahlschnitt weniger Oliven in diesem Jahr ernten werden, so ist die Energie nicht verloren, sie hat nur eine andere Form angenommen, zum Beispiel von einer Aubergine. Loslassen ist unbedingt nötig um Platz für Neues zu schaffen und hat mit Abschied, jedoch nicht mit Verlust zu tun, da man etwas anderes dafür gewinnt.


Dieses Naturgesetz macht sich die Permakultur zunutze, indem alles wiederverwendet und im Kreislauf gewirtschaftet wird. Es gibt keine Abfälle, denn in allem steckt Energie, die an anderer Stelle wieder eingesetzt, also umgewandelt werden kann.


Meinen eigenen Rhythmus zu finden, fällt mir derzeit noch schwer. 50% Acker und 50% Akten habe ich mir vorgenommen, die Realität ist momentan 90% Acker. Das Universum ist mir natürlich auch hierbei behilflich, denn seit ein paar Tagen kann ich meinen linken Arm nur noch mit Schmerzen bewegen und neulich kam tagsüber ganz unerwartet ein Hagelschauer, obwohl die Wettervorhersage nur Sonnenschein vorsah.


Wenn du denkst, Abenteuer seien gefährlich, versuch es mal mit Routine. Die ist tödlich.

Paulo Coelho


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