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  • Andrea

blumenkohlsuppe ohne flower aber mit power

Aktualisiert: Apr 8

Blumenkohl war neben der Bonduelle-Erbsen-Möhren-Pampe (die Bezeichnung Gemüse hat das definitiv nicht verdient) eines der wenigen Gemüsesorten, die ich aus meiner Kindheit her kannte. Und ich muss sagen, ich habe #Blumenkohl in keiner guten Erinnerung. Die Blumenkohlsuppe mit der obligatorischen Nachkriegsmehlschwitze schmeckte immer so muffig wie eingeschlafene Füße und die braun-graue Farbe war auch nicht gerade (verdauens-)förderlich. Bei Rosenkohl übrigens das gleiche Dilemma, da ist man anfangs ziemlich enttäuscht, weil die Namen so dufte klingen, wie der Berliner sagen würde.

Jedenfalls habe ich später in meinem Erwachsenenleben gemerkt, dass Blumenkohl richtig gut schmecken kann, nämlich wenn man ihn nicht tot kocht, was bei den meisten Lebensmitteln übrigens vorteilhaft ist (ansonsten gebe ich den Hinweis: Bitte tot kochen). Beim Kochen von Kohl wird #Schwefel freigesetzt, der den unangenehmen Geruch verursacht. Blumenkohlröschen lassen sich übrigens ganz klein geschnitten wunderbar roh im Salat essen, schmeckt super und Blumenkohl hat so viel Vitamin C, #Folsäure, B-Vitamine, #Kalium etc., was man eigentlich nicht in die Vorhänge kochen sollte.

Allerdings geht es hier ja nicht um einen Blumenkohlsalat, sondern um eine #Blumenkohlsuppe und jetzt kommt´s: Dafür verwenden wir die Röschen gar nicht, sondern nur die grünen Blätter und den Strunk und zwar komplett, so dass wir keinen #Biomüll haben. Man kann die Blätter und den Strunk etwas klein schneiden und in Salzwasser (mit einer Prise Natron um die Farbe zu erhalten) - hier bitte sehr wohl - totkochen, denn die Blätter sind oftmals sehr dick und sollen zum späteren Pürieren richtig weich sein. Man merke sich, dass es entscheidend ist, ob das Kochwasser später verwendet wird. Verwende ich das #Kochwasser, wie bei Suppen, Eintöpfen, Risotto, dann kann ich das Gemüse durchaus länger kochen, denn die Vitamine bleiben ja im Wasser (die hitzeempfindlichen natürlich nicht). Ich koche außerdem eine geschälte Kartoffel mit, sofern ich keine gekochten Kartoffel vorrätig habe. Sobald alles butterweich ist, kommt das Gemüse samt Flüssigkeit in den Mixer und wird noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, man kann nach Belieben noch andere Gewürze dazugeben, z.B. selbstgemachten Gemüsefond. Ich halte die Suppe hingegen sehr schlicht, weil ich es so faszinierend finde, wie viel Geschmack allein diese Blätter hergeben. Wir haben ja weder Fett noch Zwiebel oder Knoblauch zugegeben! Am Tisch mache ich allerdings ein wenig kaltgepresstes Öl über die #Suppe. Wie ihr auf dem Foto seht, ist die Suppe noch grüner als die ursprünglichen Blätter und ich habe nicht mal #Natron zugegeben und sie riecht gut! Farbe ist nicht nur für das Auge gut, sondern auch ein Anzeichen dafür, dass noch Nährstoffe im Essen sind. Mir persönlich schmeckt diese Blumenkohlblättersuppe besser als die herkömmliche. Darüber hinaus ist es aus gesundheitlicher und wirtschaftlicher Hinsicht ein absoluter Irrsinn, die Röschen zu einer Suppe zu verkochen und die Blätter wegzuwerfen, aber das ist ja oft so in unserer denaturierten Gesellschaft und so schnell ist man vom Blumenkohl bei der Politik. Damit möchte ich jetzt allerdings nicht anfangen, zumal es über den Blumenkohl ja noch so viel Interessantes zu sagen gibt. Das schnelle einfache Rezept ist hier jedenfalls zu Ende und ihr müsst nicht mehr, könnt aber sehr gerne jetzt oder später weiterlesen.


Ich möchte nämlich bei dieser Gelegenheit noch was zur Farbe des Blumenkohls sagen. Ich weiß nicht, ob ihr schon lila und grünen Blumenkohl gesehen habt (ich meine nicht #Romanesco, sondern wirklichen Blumenkohl). Ich habe zum ersten Mal lila Blumenkohl auf dem Viktualienmarkt in München gesehen zu einem Preis, der mir die Schuhe ausgezogen hat, dabei habe ich noch nicht gesehen, dass es sich nicht um den Kilopreis, sondern um den Preis für 100 g handelte. Damals dachte ich: Braucht´s das! Zu dem Preis sicherlich nicht, aber auch generell muss man nicht an den Genen rum manipulieren, nur um was Besonderes für teuer Geld verkaufen zu können.

Nicht wenig gestaunt habe ich, als ich grünen und lila Blumenkohl in Italien auf dem kleinsten Bauernmarkt und zum selben Preis wie der weiße Blumenkohl gesehen habe.

Santo Internet erhellt die Angelegenheit: Blumenkohl war ursprünglich grün und violett. In einer Gesellschaft, in der Bräune als bäuerlich galt, muss auch der Blumenkohl eine vornehme Blässe haben. Wer will schon einen bäuerlichen Blumenkohl! In Deutschland ist längst überall Mallorca-Bräune salonfähig geworden, der bäuerliche Blumenkohl hingegen bleibt ein Exot auf überteuerten Großstadtmärkten. In Italien hingegen wird er nach wie vor angebaut, während die Bevölkerung der Sonne entflieht um ihre vornehme Blässe zu bewahren.





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