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blumenese oder komparsenspeisung

Aktualisiert: März 25

Nachdem mich ein Hinweis aus der Münchner Schickeria erreicht hat, dass die Zutaten für meine Gerichte mitunter durchaus kostenintensiv seien, gibt es heute das klassische Komparsenessen, Nudeln mit Tomatensoße. Die Tomatensoßenspritzer auf den historischen Kostümen waren zwar ungünstig, aber Hauptsache das Essen war ungut und günstig. Nudeln beim Catering sind meistens ungut, da sie pampig werden, ansonsten schmecken Nudeln mit Tomatensoße fast jedem.

Dass ausgerechnet mir jemand sagt, dass ich teuer einkaufe, die ich im Monat 100 EUR für Lebensmittel ausgebe inklusive täglichem Kaffee und #Wein, hätte ich auch nie für möglich gehalten! Es gibt also noch Luft nach unten. Allerdings kann ich das durchaus nachvollziehen, denn unbehandeltes biologisches Gemüse im Winter in München zu kaufen, geht in der Tat ins Geld. Deshalb ist es umso wichtiger, dass ihr euch nicht wie ein Betrunkener an der Laterne an den Rezepten festhaltet, sondern je nach Angebot flexibel in der Küche seid und improvisiert. Das ist auch der Grund, weshalb ich nie nach Rezept koche und erst nach dem Einkaufen entscheide, was es gibt. Nicht nur für den Geldbeutel, sondern im Sinne der #Nachhaltigkeit sollte man sich immer am #Saisonkalender orientieren. Im Winter gibt es bei mir vorwiegend Nudeln, Reis, Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl und Sauerkraut und selbst das ist nicht so einfach, ich bin schon mal nach vier Supermärkten ohne Zwiebel nach Hause gekommen, da alle Zwiebel aus Neuseeland kamen. Haltbare Lebensmittel wie Nudeln, getrocknete Tomaten, Oliven und Kapern kaufe ich in Italien, denn auch die sind teuer in München.

Grundsätzlich kann man jedes Gericht billig oder teuer kochen je nach Qualität der Zutaten. 500 Gramm Spaghetti gibt es schon für 39 Cent, hat man allerdings eine Sägespanallergie oder einen verwöhnten Gaumen, muss man schon tiefer in die Tasche greifen. Gute Nudelsorten von De Cecco und Rummo gibt es in München nur in Feinkostläden und bei Eataly und kosten auch dementsprechend. Daher strecken wir das Gericht heute mit Blumenkohl, der ist ja auch im Winter in Deutschland relativ günstig und unverpackt zu bekommen und aus den Blättern können wir ja bekanntlich eine Suppe machen, sodass wir nichts davon wegwerfen müssen.


ZUTATEN


500 g Blumenkohl

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

1 Karotte

4 EL Tomatenmark

1 TL Oregano

1/2 TL Chiliflocken

2 EL Rotwein

1 EL Sojasauce

400 g gehackte Tomaten oder 10 Stücke (evtl. eingelegte) getrocknete Tomaten

1 TL Zuckerrübensirup oder Zucker

Salz und Pfeffer nach Geschmack


Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Den Blumenkohl mit einem Zerkleinerer oder dem guten alten Messer klein schneiden, bis er ungefähr so klein wie Reiskörner ist. Die Möhre schälen und fein würfeln.

Etwas Pflanzenöl in eine große Pfanne geben, erhitzen und darin erst die Zwiebeln anschwitzen, bis sie glasig sind. Knoblauch dazugeben und 1 Minute anbraten. Dann Tomatenmark, Oregano und Chiliflocken dazugeben, den zerkleinerten Blumenkohl und die Karotte dazugeben und alles zusammen ca. 5 Minuten anbraten.

Alles mit Rotwein ablöschen und die gehackten Tomaten und Zuckersirup dazugeben. So lange köcheln lassen, bis der Blumenkohl weich ist, aber noch Biss hat. Eine richtige Bolognese sollte man ja stundenlang kochen lassen, die Blumenese bitte nicht, denn sonst sorgt der freigesetzte Schwefel für den muffigen Kohlgeschmack. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Nudeln servieren. Grana Vegano passt natürlich sehr gut dazu, wenn ihr es (ver)mögt, Cashewnüsse sind ja auch teuer, ein billigeres Pasta-Topping sind Shoyublumenkerne ganz oder gemahlen.


Sparsam leben ist meistens auch #nachhaltig, vor allem wenn wir nichts konsumieren. Sobald wir konsumieren, ist es meist nachhaltiger mehr Geld auszugeben. #Biologisch erzeugtes unverpacktes Essen ist in der Regel um Einiges teurer als konventionelle Lebensmittel. Für viele bedeutet das, mehr als 10% des Einkommens wie der Durchschnittsdeutsche für Essen auszugeben. Der Großstadtmensch muss natürlich den weitaus größeren Anteil für Wohnen ausgeben. Daher bietet es sich an, öfter mal hochwertigeres Essen in seinen eigenen teuren vier Wänden statt im Restaurant zu genießen. Das Nudelwasser kann man während oder nach dem Essen zum Beispiel für ein Fußbad verwenden, das ist doch viel entspannter als sich in ein überfülltes Münchner In-Restaurant zu quetschen. Was man mit #Nudelwasser sonst noch alles machen kann, werde ich demnächst berichten.

Außerdem kann ich jedem foodsharing wärmstens empfehlen, darüber habe ich schon sehr viel Brot, Paprika und Tomaten im Winter und alles in Bio-Qualität bekommen. Schaut doch mal bei nebenan.de, falls ihr registriert seid, ob es eine foodsharing-Gruppe in Eurer Nachbarschaft gibt, dann müsst ihr nicht durch die ganze Stadt fahren. Die Nachbarschafts-Plattform ist generell sehr empfehlenswert für Minimalisten, denn auf diesem Wege könnt ihr z.B Werkzeug bei Nachbarn ausleihen oder auch fragen, ob jemand was kostenlos abzugeben hat.

Für diejenigen von euch die dennoch am Ende des Geldes noch zu viel Monat zur Verfügung haben, habe ich die Gerichte in 3 Preiskategorien eingeteilt, wie bei Restaurants im Reiseführer.



Dieses Gericht habe ich auf Zuckerjagdwurst entdeckt.


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